somit dem Verstorbenen den Rückweg ins Dorf. In einem anderen Volksstamm zerschlägt man einen Tontopf am Verbrennungsort und alle Trauernden rennen ins Dorf zurück, ohne zurückzusehen.
Bei den alten Germanen wurden die Frauen als Opfer zusammen mit ihren verstorbenen Männern bei einer Feuerbestattung verbrannt.
Die Aschanti (afrikanische Ethnie, die vorwiegend in Westafrika vorkommt) werden die Leichen auf der rechten Seite liegend, die Hände unter dem Kopf, begraben. Die Tiwis, ein Volk aus Nordaustralien, begraben die Verstorbenen unter dem Grabhügel und stampfen während des Bestattungstanzes mit den Füssen auf die Erde. Auf den Philippinen baut man für die Verstorbenen spezielle Häuser. Die libanesischen Maroniten bauen die Häuser aus Stein, auf Madagaskar gebraucht man dafür Pelz und Knochen. Die Ovimbundu (Volksgruppe aus Angola) bringen die Leichen in die Höhlen, die Bergstämme aus Indien lassen die Leichname in den Felsenrippen zurück. Auf der Insel Bali werden die Verstorbenen auf den Türmen verbrannt. Parallell wird eine komplizierte Trauerzeremonie durchgeführt.

Einleitung

An den Ufern des Flusses Ganges in Indien ragen Steinplatten heraus, auf denen die Leichen verbrannt werden. In Osttibet werden die Leichname in den Fluss geworfen und bei manchen Völkern, wie z. B. auf der Insel Samosir im Pazifik, werden die Körper der Verstorbenen geteilt. Den Leib legt man in eine Gruft und der Schädel bleibt in einer Graburne an der Oberfläche.
In Papua Neuguinea ist es Brauch, dass die Angehörigen bei dem Toten bleiben, ihn küssen und beweinen, um so Vergebung der Sünden zu erbitten, die sie im Laufe ihres Lebens an ihm begangen haben. Man gibt sich ganz der Trauer hin. Das Trauerritual verlangt, dass nach dem Tod mindestens zwei verschwenderische Feste gegeben werden, um den Geist des Toten zu ehren.
Zu den zeitaufwendigsten Bestattungsritualen gehört der Brauch bei den Toraja (die indonesische Insel Sulawesi). Während der ersten drei Tage nach dem Todesfall bleibt der Verstorbene in seinem Haus. Am vierten Tag wird die Leiche von den dafür angestellten Leuten eingewickelt. Den eingewickelten Leichnam legt man dann für einige Monate oder Jahre in eine Gruft. Währenddessen dauert die Vorbereitung auf die abschliessende Trauerzeremonie. In dieser Zeit gilt der Verstorbene nicht als tot sondern als schlafend. Er ist umgeben von prächtigen Gegenständen und seinen Angehörigen, die den Raum rein halten. Neben den Leichnam stellt man eine Tasse und einen Krug. Die Idee ist, dass sich die Seele auf den Weg in die Welt der Geister macht und der Mensch noch nicht tot ist. Der Tod erfolgt erst, nachdem man den Leichnam ein paar Mal in die Höhe geworfen hat. Danach legt man ihn mit den Füssen nach Süden.

Sulawesi

Im alten Ägypten waren der Totenkult und die Mumifizierungskunst hoch entwickelt. Die Ägypter glaubten an ein neues, ewiges Leben nach dem Tod. Am Tage der Bestattung trafen sich die Verwandten, Freunde und Würdenträger zu einer langen Prozession. Einige Trauernde waren als Anubis (der ägyptische Gott der Toten), andere als die Schutzgöttinnen Isis (die Göttin der Liebe und Weiblichkeit) und Nephthys (eine der Totengöttinnen) verkleidet. Der Sarkophag mit dem Leichnam wurde von einem mit Ochsen bespannten Schlitten gezogen. Die Eingeweide in den speziellen Gefässen (Kanopen) waren auf einem weiteren Schlitten untergebracht und die ganzen Grabbeigaben wurden wahrscheinlich ebenfalls hinterher gezogen. Die Verwandten des Verstorbenen bezahlten Klageweiber, die sich die Kleider zerrissen.

Einleitung

Am Grab wurde das "Mundöffnungsritual" vollzogen. Für die Wiederbelebung reinigte man die Mumie bzw. die Statue und rieb sie mit Salböl ein. Dann wurde der Mund geöffnet, so dass der Tote wieder sprechen und essen konnte.
Zum Schluss wurden der Sarkophag, die Kanopen und die Grabbeigaben ins Grab gebracht und die Trauernden verbrachten den Rest des Tages mit reichlich Speisen und Getränken. Für die Unterhaltung der Gäste sorgten Tänzerinnen und Musikanten. Selbstverständlich konnten nur die reichen Ägypter sich so eine prächtige Bestattung leisten. Die armen wurden in eine Bastdecke eingewickelt und im Sand begraben.


Die Bestattungsriten in Tibet

           

Die tibetischen Bestattungsriten sind stark durch den tibetischen Buddhismus und die Bon-Religion beeinflusst.

 

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Leben nach dem Tod ...oder was sehe ich, wenn ich sterbe