Die antiken Griechen (ab 3000 bis 1000 v. Chr.) glaubten, dass alle Seelen der Verstorbenen in das Reich der Schatten kamen, dessen Herrscher Hades (auch Bezeichnung für den Ort) war. Sie lebten dort nicht, sondern existierten in Form von Schatten. Nur ganz wenige, wirklich auserwählte Menschen konnten dem Hades entgehen. Sie wurden unsterblich und gesellten sich zu den Göttern auf den Olymp, wie
z. B. Herakles.
Im Hades gab es die vier Flüsse Acheron, Phlegethon, Kokytos und Styx. Den Eingang zum Reich der Toten stellte eine Kluft dar, die sich am Ende der Welt am Ufer des Okeanos befand. Dort stürzen die Flüsse Pyriphlegethon und Kokytos in die Tiefe der Erde.
In der griechischen Mythologie galt der Tartaros als besonderer Strafort in der Unterwelt. Als Ort der Belohnung wurde das Elysion, die Insel der Seligen, angenommen. Zudem gab es als dritten Bereich den Asphodeliengrund, wo wilde Tulpen wuchsen. Sehr wenige (nicht einmal Achilles), die sich im Leben hoch verdient gemacht hatten, wurden in den Ort der Glückseligen aufgenommen.

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Die Vorstellungen der Ägypter vom jenseitigen Leben entstanden in uralten Zeiten (lange vor der Vereinigung von Ägypten zwischen dem 4. und dem 3. Jahrtausend v. Chr.) und sind deswegen nicht aus vorliegenden schriftlichen Quellen zu entnehmen. Aus diesem Grund benutzt die Wissenschaft hauptsächlich archäologische Befunde.

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Vergleicht man einige Merkmale der Grabfunde aus der Jungsteinzeit (etwa 9500 v. Chr.) miteinander, kann man zu folgendem Schluss kommen: In den Vorstellungen der Ägypter blieb der Verstorbene im tiefen Schlaf und seine Seele lebte weiter. Es ist auch zu erwähnen, dass die Ägypter sich um die Erhaltung des menschlichen Körpers nach dem Tod kümmerten. Die Idee der Erhaltung des Körpers für das künftige Leben führte letztendlich zum Bau der Sarkophage und zur Entwicklung der Mumifizierungskunst im Alten Ägypten.
Die Ägypter betrachteten das jenseitige Leben als Fortsetzung des irdischen Daseins. Der Mensch im Grab war gemäss ihnen hilflos und seine Familie bzw. die Verwandten sollten ihn in seiner jenseitigen Existenz stärken. Ferner entstanden die Vorstellungen, dass der Verstorbene neben dem Bedürfnis nach Nahrung und Wasser auch den Drang hatte, sein Grab zu verlassen, ans Tageslicht zu gehen oder zum Himmel hinaufzusteigen. Dieses Bedürfnis empfindet nicht die Leiche, sondern ein für das menschliche Auge nicht sichtbares materielles Objekt.

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Der griechische Historiker Herodot schrieb, dass die Ägypter als erste die Theorie von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele entwickelt haben. Wenn der Körper stirbt, wandert die Seele in ein anderes Wesen, das in diesem Moment zur Welt kommt. Sobald der Kreis der Wiedergeburten in allen Tierarten zu Ende ist, tritt die Seele in den Körper eines neugeborenen Kindes ein.
Auch die primitivsten Gemeinschaften (Volksstämme) haben ihre Glaubensvorstellungen davon, was mit dem Menschen nach dem Tod passiert, obwohl ihre These nicht immer deutlich wird. Zum Beispiel glaubten einige, dass Tote in einer unterirdischen Welt existieren, mit Bergen, Flüssen usw., gleich wie auf der irdischen Welt.
In manchen Volksstämmen glaubte man in der Regel, dass Menschen die Kenntnisse über das Jenseits von Schamanen bekommen. Schamanen waren die Vermittler zwischen den Lebendigen und den Toten. Sie besuchten angeblich die Totenwelt, um die Seelen der Menschen zurückzuholen, die aus irgendwelchen Gründen, beispielsweise wegen Krankheit, nicht selbständig in ihre Körper zurückkehren konnten. Informationen von Schamanen wurden oft durch die Erörterungen von gewöhnlichen Menschen ihrer Nahtoderlebnisse ergänzt, die in solchen Momenten vom Jenseits herrührende Visionen gehabt hatten.
In anderen Gemeinschaften stellte man sich das Leben nach dem Tod dem diesseitigen Leben sehr ähnlich vor. Zum Beispiel glaubten einige, dass in der Unterwelt dieselbe Gesellschaftsordnung, nur mit der Fülle von allem, existiert. Eben solche Vorstellungen liegen der Beschreibung von „den ewigen Jagdgründen“ zugrunde, an die die amerikanischen Indianer glaubten. Das jenseitige Leben war genau umgekehrt als das diesseitige organisiert. Wenn man zum Beispiel mit der Unterwelt Kontakt aufnehmen wollte, sprach und verhielt man sich gerade gegenteilig wie im üblichen Alltag.

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Leben nach dem Tod ...oder was sehe ich, wenn ich sterbe