Das Neue Testament beschreibt es gleichnishaft. Die Christen glauben an die Auferstehung von den Toten. Die Seele wandert aus dem irdischen, verweslichen in einen himmlischen, unverweslichen Körper. Es betont das Jüngste Gericht, dem eine Scheidung in Himmel und Hölle entspricht. Die Vermittler in Gestalt von Engeln und Dämonen können gegebenenfalls zum Jenseits Kontakt herstellen. Eine besondere Bedeutung bekam das Fegefeuer.
Das Jenseits bezeichnet einen Ort, welchen die Seele nach Eintreten des Todes erreicht. Die irdische Existenz, in der der menschliche Körper mit der Seele lebt, ist demnach nur einer von drei Bereichen (Diesseits, Jenseits oder Himmelreich), in die man gelangen kann. Gereinigte Seelen werden demnach aus dem Jenseits von Engeln in das Himmelreich geleitet, die anderen Seelen bleiben solange im Jenseits, bis ihr Zustand für den Himmel reif ist. Das Himmelreich ist ebenfalls hierarchisch strukturiert. Es gibt verschiedene Seligkeitsstufen, die auf die eigene Rückschau auf das irdische Leben und die damit verbundene Reue zurückzuführen sind. Das eigene Leben steht dem Betreffenden wie in einem Film zur Verfügung, so dass er jede Sekunde seines Lebens nach Belieben nochmals anschauen kann. Die Unglücklichen schauen sich ihre unglücklichen Momente, Sünden und Leiden immer wieder an.

jenseits

In der christlich-orthodoxen Literatur gibt es keine Beschreibungen des Seelenzustandes in den ersten Minuten nach dem Tod. Ein besonderer Akzent wird auf die wesentlich intensiveren Erlebnisse gelegt, die später auftreten. Der Tod bedeutet nicht das Ende des Lebens. Er ermöglicht den Übergang in einen ganz neuen Zustand. Der Mensch wurde für die Unsterblichkeit geschaffen und Jesus Christus öffnete durch Seine Auferstehung die Tore des Himmelreiches, der ewigen Seligkeit für alle Menschen, die an Ihn glaubten und ein heiligmässiges Leben führten. Unser irdisches Dasein ist die Vorbereitung auf das weitere Leben, und diese Vorbereitung endet mit dem Tod. Nach dem Tod lässt der Mensch alle irdischen Dinge und Sorgen hinter sich, sein Körper zerfällt, um dann auferweckt zu werden.
Die ersten zwei Tage nach dem Tod geniesst die Seele die Freiheit und kann ihre Lieblingsorte besuchen. Am dritten Tag wandert die Seele in andere Gebiete. Nachdem die Seele alle Plagen durchgemacht und sich vor Gott verneigt hat, besucht sie während siebenunddreissig Tagen himmlische Paläste und höllische Tiefen. Die Seele weiss noch nicht, wo sie bleiben wird. Und am vierzigsten Tag wird ihr der Platz zugewiesen, wo sie auf die Auferstehung warten wird.
Nach vierzig Tagen befinden sich manche Seelen im Zustand der Seligkeit, und andere fürchten die ewigen Plagen, die nach dem Jüngsten Gericht beginnen. Bis dahin sind Veränderungen des seelischen Zustandes möglich, insbesondere wenn man für die Seele blutlose Opfer bringt (z. B. eine Gedächtnisliturgie und andere Gebete). In der orthodoxen Lehre sind zahlreiche Fälle der Trennung der Seele vom Körper beschrieben, sowie die darauf folgenden Prüfungen, welchen die Seele nach dem Tod ausgesetzt ist. Die Seelen der Gerechten werden gewöhnlich von Engeln begleitet, um sie auf dem Weg zum Himmelreich vor Dämonen (gefallenen Engeln) zu schützen. Denn auch die Gerechten werden dabei versucht.
Viele Menschen bezeichnen die auf der Schwelle des Todes erscheinenden Wesen als Engel. Diese Wesen besitzen positive Eigenschaften: sie sind hell, liebe- und verständnisvoll. Sie bringen den Menschen auf den Gedanken der Verantwortung für sein eigenes Leben. In der orthodoxen Lehre haben die Engel andere Funktionen und ein anderes Aussehen als die leuchtenden Wesen, die einige Menschen während der Nahtoderfahrung gesehen haben. Nicht jedes Wesen, das in Gestalt eines Engels erscheint, ist in Wirklichkeit ein Engel. Es steht in der Heiligen Schrift geschrieben, dass auch Satan als Licht-Engel erscheinen kann (2. Korinther, 11,14). So schreibt der Apostel Johannes, dass die Geister, denen jeder Mensch an der Schwelle zum Tod begegnen kann, geprüft werden sollten.

jenseits

1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6


Leben nach dem Tod ...oder was sehe ich, wenn ich sterbe