Entstehung des Begriffs, Quellenübersicht

Schon Anfang des 20. Jahrhunderts legte eine Gruppe holländischer Wissenschaftler unter der Leitung des Herzspezialisten Pim van Lommel eine so genannte prospektive Studie vor. Sie befragten 344 Patienten, die einen Herzstillstand erlitten hatten. 18 Prozent der Befragten, die sich während des Herzstillstandes in bewusstlosem Zustand befanden, behaupteten, bei klarem Verstand und bei vollem Bewusstsein bezüglich des ganzen Geschehens gewesen zu sein. Die Fähigkeit, Gedanken zu formen und Gefühle zu erkennen sowie sich an die Zeit der Kindheit zu erinnern, blieb erhalten. Viele erzählten, wie sie den Austritt aus ihrem Körper wahrnehmen konnten, und beschrieben ausführlich all die ärztlichen Eingriffe während der Reanimation. Als die betroffenen Personen wieder zu sich kamen, konnten sie sagen, in welche Fächer und Taschen das Spitalpersonal während der Zeit der Wiederbelebungsmassnahmen ihre persönlichen Gegenstände wie zum Beispiel Ersatzgebisse, kleine Kruzifixe, Dokumente, Armbanduhren usw. zur Aufbewahrung gelegt hatte. Die Annahme der physiologischen Ursache der Wahrnehmungen muss also ausgeschlossen werden, weil die Gehirnfunktionen ausgeschaltet blieben.

Der klinische Tod

Das Phänomen der Nahtoderfahrungen wurde in verschiedenen Ländern erforscht, insbesondere in den folgenden Werken: E. Kübler-Ross „Über den Tod und das Leben danach“ (1969), John Myers „Voices from the edge of eternity“ (1973), R. Moody „Leben nach dem Tod“ (1976), D.R. Wikler „Die Reise ins Jenseits“ (1977), S. Rose "Die Seele nach dem Tod" (1982), R. Moody "Nachgedanken über das Leben nach dem Tod" (1983). Die Wissenschaftler bezweifeln das Phänomen der ausserkörperlichen Erfahrungen nicht, weil man sehr viele Berichte von Nahtoderfahrungen in der Öffentlichkeit finden konnte. Die zahlreichen Schilderungen der betroffenen Personen scheinen nicht das Produkt ihrer Phantasie zu sein.
Im Jahre 1980 wurde in den USA ein Artikel von E. Roudin über die Realität der Nahtoderfahrungen veröffentlicht. Die scheinbaren „out-of-the-body“-Erlebnisse, von denen die Patienten berichtet hatten, wurden als eine Form von toxischer Psychose gedeutet. Das seien in gewissem Sinne keine Jenseits- oder Todeserlebnisse, so E. Roudin.
Es ist zu erwähnen, dass in der Tat  nicht alle Wissenschaftler, die das Phänomen der Nahtoderfahrungen erforschen, an das Leben nach dem Tod glauben. Zum Beispiel vertritt K. Dukas die Meinung, dass die Menschen unabhängig von ihrem Körper nicht existieren konnten und deshalb in ihrer Nahtoderfahrung dem wahren Tod entgangen sind. Auch wenn das Bewusstsein den menschlichen Körper zu verlassen scheint, bleibt es praktisch aufgrund der Funktionen der noch nicht ganz abgestorbenen Organe immer vorhanden. 

Der klinische Tod

Der US-amerikanische Psychiater R. Noesch berichtete über eine Befragung von 215 Patienten, die den klinischen Tod erlebt hatten, und veröffentlichte deren Ergebnisse. Nach Meinung des Autors ist bei diesen Menschen eine starke Abnahme des Angstgefühls vor dem Tod zu beobachten, sie spüren ausserordentliche Ruhe und Unverletzbarkeit, glauben, dass Gott oder das Schicksal sie gerettet haben und dass sie noch lange leben werden und schätzen die Kostbarkeit des geschenkten Lebens viel mehr. Manche von diesen Leuten sagten, ihnen sei noch viel klarer geworden, dass es das Leben nach dem Tod gebe.

 

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Leben nach dem Tod ...oder was sehe ich, wenn ich sterbe