SEHNSUCHT NACH EWIGKEIT

Der Mensch ist 80 Jahre alt. Er sieht die Photos seiner Jugend durch und wird traurig. Ein Brunnen von Weisheit, Schönheit und Talenten – und da hast du es! Älter geworden, sich vom Geschäft zurückgezogen, die Krankheiten werden lästig. „Ich will nicht sterben!!!“ protestiert er. Der Alte beginnt Ginseng-Tee zu trinken, lässt hormonelle Injektionen machen, heiratet junge Mädchen. Aber alles umsonst. Das Unvermeidliche kommt.
Das Leben eines einzigen Menschen ist ein trauriges Ding. Man begreift, dass man sich von Geburt an dem Tod zubewegt. Doch die Leute glauben daran, dass sie ewig leben werden. Ist der Tod wirklich unvermeidlich? Gibt es theoretische oder sogar praktische Gründe, an ewiges Leben zu glauben?

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Sagenhafte Unsterblichkeit

Die physische Seite des Todes ist kein Geheimnis. Wenn der Lebensweg des Menschen zu Ende ist, zerfällt sein Körper in seine Elemente. Im Gegensatz dazu bleibt das Schicksal der Seele bis jetzt ein unlösbares Rätsel für uns. Alle Weltreligionen versuchten die Frage zu beantworten, was mit der Seele nach dem Tod geschieht. Und die Menschheit sucht weiter Antworten.
Den Tod festzustellen bedeutet, eine grosse Verantwortung zu übernehmen. Schwerpunkt der seit jeher geführten Diskussion ist die Frage, ob danach die Vernichtung der Persönlichkeit folgt oder die Persönlichkeit ihre Existenz in einer anderen Form fortsetzt. Diese Frage ist bis jetzt nicht gelöst.
Der eigene Tod ist nicht dasselbe wie der Tod anderer Menschen. Für jeden Menschen bedeutet sein Ende gleichzeitig das Ende seiner Welt. Das geschieht nicht, wenn das schreckliche Unglück jemanden anderen betrifft. Den eigenen Tod kann man am Beispiel der anderen Menschen nicht begreifen.
Ein anderes Thema, das seit Jahrhunderten die Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist unser Verhalten zum Tod. Ist es vernünftig, Angst davor zu haben? Nur die Religion bietet mehrere Varianten an, die die Leute massenweise befriedigen, indem sie den Menschen, Gott und die ersehnte Unsterblichkeit verbindet. Einige träumen von der Unsterblichkeit, um das noch Beabsichtigte zu verwirklichen, die anderen, um den Sinn des Lebens zu finden, die dritten, um die Gegenleistung für ihre irdischen Leiden sowie die gerechte Bestrafung für ihre Quäler zu bekommen. Einer der grössten Antriebe im Kampf um die Unsterblichkeit ist die Angst vor dem Tod.

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Das altindische Epos “Mahabharata” erzählt vom Saft des geheimnisvollen Baums, der das Leben auf 10.000 Jahre verlängert. Die altgriechischen Schriften bestätigten, dass ein bestimmter „Baum des Lebens“ existiert, der dem Menschen seine Jugend zurückgibt.
In den Werken der mittelalterlichen Alchimisten wurde die Suche nach dem „Stein der Weisen“ (Lat. „lapis philosophorum“) beschrieben, der die Metalle zu Gold verwandeln und alle Krankheiten behandeln kann.

Die kleinen Kinder, die als Dalai Lama wiedergeboren werden, besinnen sich auf die Sachen und Leute aus ihrem vorigen Leben.

In den russischen Sagen wurde das Lebenswasser besungen, das die Toten beleben konnte. Von Interesse ist auch die Sage über den Heiligen Gral – einem aus einem Stück Smaragd geschnittenen Becher. Der Heilige Gral strahlte magisches Licht aus und schenkte seinen Besitzern und Beschützern ewige Jugend sowie Unsterblichkeit.
Niemand hat bis jetzt weder den „Baum des Lebens“ noch den “Stein der Weisen“ oder das Lebenswasser gefunden, aber die Suche nach dem Unsterblichkeitselixier wird fortgesetzt. Man erzählt Geschichten über sagenhaften Personen, die anscheinend das Geheimnis des Unsterblichkeitselixiers kennen und ewig leben können.

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Leben nach dem Tod ...oder was sehe ich, wenn ich sterbe